BEGIN:VCALENDAR
CALSCALE:GREGORIAN
METHOD:PUBLISH
PRODID:-//IT-On.NET//bielefeld.jetzt//DE
VERSION:2.0
BEGIN:VEVENT
CLASS:PUBLIC
CREATED:20260821T124928Z
DESCRIPTION:https://staging.bie-jetzt.rz-betrieb.de/node/400891\n\nPablo
 Picasso (1881–1973) gilt als einer der radikalsten und  
 \nzukunftsweisendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Doch soweit er mit
 seinen   \nkubistischen Formexperimenten auch ging\, griff er dabei immer
 wieder auf   \nThemen und Motive – wie Porträts\, Stillleben und
 Aktdarstellungen –   \nzurück\, die in der bildenden Kunst eine lange
 Tradition besitzen. Er   \nschätzte die Werke seiner künstlerischen
 Vorfahren und zog Inspiration aus   \nihnen. \n \nPicassos Beschäftigung
 mit der europäischen Kunstgeschichte begann während   \nseiner
 Studienzeit. An den Kunstakademien in Barcelona und Madrid zeichnete  
 \ner nach Gipsabgüssen antiker Skulpturen und fertigte Gemäldekopien von
   \nMeisterwerken an. Später fanden die Alten Meister in Form von
 Variationen   \nund Paraphrasen Eingang in Picassos eigene Bildsprache. Er
 setzte sich mit   \nden Meistern seiner spanischen Heimat\, El Greco\,
 Diego Velázquez und   \nFrancisco de Goya\, genauso auseinander wie mit
 den Künstlerpersönlichkeiten   \nRembrandt van Rijn\, Eugène
 Delacroix\, Jean-Auguste-Dominique Ingres und   \nÉdouard Manet. Auch die
 altdeutsche Malerei\, insbesondere die Malerfamilie   \nCranach\, zog ihn
 in ihren Bann. \n \nAls junger Mann war Picasso in Paris ein eifriger
 Museumsgänger gewesen. Mit   \nzunehmendem Alter nahm seine Reisefreude
 jedoch ab und er begann seine   \nVariationen zunehmend aus dem
 Gedächtnis oder nach Postkarten und   \nKatalogabbildungen zu schaffen.
 Tatsächlich kannte Picasso einige der Werke\,   \ndie er in seinem
 Spätwerk paraphrasierte\, nicht im Original. Er führte   \nhierzu aus:
 „Das ist mir viel lieber\, ich gehe nicht gerne in Museen\, und   \nso
 sehe ich die Dinge in Ruhe.“ \n \nZwar hatte sich Picasso bereits in der
 Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg   \ngelegentlich mit Werken der
 Vergangenheit schöpferisch auseinandergesetzt\,   \nin späten Jahren
 wurde daraus aber geradezu eine Obsession. In den   \nfünfziger und
 sechziger Jahren verwendete er einen großen Teil seiner  
 \nSchaffenskraft auf Variationen von Meisterwerken. Er war mittlerweile in
   \nseinen Mittsiebzigern und selbst zu einem „Alten Meister“ der
 Moderne   \ngeworden. Einige Kritiker warfen ihm damals vor\, dass ihm
 scheinbar die   \neigenen Ideen ausgingen und er aus purer Verzweiflung
 die Alten Meister   \nkannibalisiere. Sie übersahen jedoch\, dass Picasso
 im Verlauf seiner   \ngesamten künstlerischen Laufbahn die Kunst der
 Vergangenheit geplündert   \nhatte\, und zwar nicht etwa aus mangelnder
 Fantasie\, sondern aus dem Bestreben   \nheraus\, sich mit den von ihm
 bewunderten Künstlern zu messen und sie   \nherauszufordern. „Ich habe
 das Gefühl\,“ – soll Picasso einmal gesagt   \nhaben – „dass
 Delacroix\, Giotto\, Tintoretto\, El Greco und der Rest alle   \nhinter
 mir stehen und mich bei der Arbeit beobachten.“ In vollem  
 \nBewusstsein über seinen eigenen Platz in der Kunstgeschichte schuf
 Picasso   \nseine späten Meisterwerke. \n \nDie Ausstellung zeigt rund 60
 Lithografien und Linolschnitte aus der Sammlung   \ndes Kunstmuseum Pablo
 Picasso Münster. \n \n(Stand: 21.08.2026)
DTEND:20260822T160000Z
DTSTAMP:20260821T103701Z
DTSTART:20260822T100000Z
LAST-MOD:20260821T103701Z
STATUS:CONFIRMED
SUMMARY:Wahlverwandtschaften – Picasso und die Alten Meister
TRANSP:OPAQUE
UID:400951
URL:https://staging.bie-jetzt.rz-betrieb.de/node/400891
END:VEVENT
END:VCALENDAR
